Von der Wiederkehr der Unordnung oder Repeat of ordinary

Medieninstallationen von Joanna Schulte

5. Juni - 4. Juli 2009

Öffnungszeiten: Do + Fr 15 - 18 Uhr, Sa 10 - 13 Uhr

In einer Ausstellungskooperation mit PENG, dem Raum für Kunst in Mannheim, zeigt Joanna Schulte parallel an zwei Orten (Viernheim u. Mannheim) Installationen.

Im Kunstverein Viernheim präsentiert sie einen Remix der preisgekrönten Arbeit „Von der Wiederkehr der Unordnung oder Repeat of ordinary" (Marler Videoinstallationspreis 2008) Als zusätzlichen neuen Mittelpunkt der Arbeit montiert die Künstlerin einen roten Laufsteg, der durch den gesamten Gewölbekeller führt und vor einer Projektionsfläche endet. Begleitet von experimentellen Klängen wird der Betrachter auf die sisyphoshafte Tragik des unausweichlichen Kampfs gegen Immergleiches, wie z.B. Ordnung und Unordnug, verwiesen.

Begründung der Jury des 5. Marler Video Installationspreises:
Ordnung und Unordnung, Ordnung und Chaos sind Urphänomene der Kosmologie wie des Alltags, der Kunst wie des Hausputzes. Die auf das künstlerische Bestreben gemünzten Feststellungen" Ordnung ins Chaos bringen" und "Chaos in die Ordnung bringen" (Adorno) sind ständige Prozesse, denen die ordnungsbringende Hausfrau ebenfalls ausgesetzt ist. Mit ihrer Installation weist Joanna Schulte mit Witz und Humor auf Wert und Unwert dieser Sisyphos-Arbeit hin, nicht ohne dadurch eine Allegorie zu schaffen, die selbst die kosmologischen Zustände der Entropie berührt.
Die Glorifizierung und Ästhetisierung der Gebrauchsgegenstände zur Herstellung von Ordnung werdenin dem Konzept ebenso berücksichtigt, wie die ordinäre handwerkliche Arbeit selbst, die "den Raum der meditativen Leere mit der Freiheit zur traumhaft- kreativen Kopfarbeit öffnet" (JS): So zeichnet sich im unausweichlichen Prinzip, Ordnung- Unordnung, sowohl der alltägliche Kampf der Reinemachefrau wie der des Künstlers ab.


(Für die freundliche Leihgabe der Arbeit bedanken wir uns herzlich beim Skulpturenmuseum Glaskasten Marl)

Das Verbindungselement zwischen den verschiedenen Orten stellt das für die beiden Arbeiten entwickelte Säulenspieluhrobjekt „Seven Phenomena I“ dar. Eine kleine Säule mit einem goldenen Spieluhrenkästchen stellt alle Erinnerung und Tradition, Klischees und Kult, das Wesen der Dinge in Frage und bezaubert zugleich durch die Wahrheit von Traum und Alltag.


Website Joanna Schulte

In der Arbeit „Goldstaub und Zauberstück", im PENG Mannheim werden Fragmente aus der Klang-Lichtrauminstallation „Wo ist mein Schuh" (Bremer Künstlerhaus 2008) zu einer neuen Komposition verbunden. Betritt man die Schwelle einer freistehenden Türzarge verzaubern Licht und eine märchenhafte Melodie und verrücken den Blick auf das Wesen der Dinge. Schöner Traum und Alltäglichkeit mischen sich und transformieren zu Gedanken: Wer bin ich, in welcher Welt lebe ich, wer möchte ich sein?

 

Joanna Schulte

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