Scanner

Pavel Mrkus

17. Juni - 17. Juli 2005

 

Die raumgreifende Videoinstallation „Scanner“ hat Pavel Mrkus speziell für den Ausstellungsraum des Viernheimer Kunstvereins entwickelt. Dabei thematisiert der tschechische Künstler auf subtile Art und Weise Wahrnehmungs- und Erkenntnismechanismen.
Mehrere Videoprojektoren füllen den Raum rundum mit scannertypischen horizontalen grün schimmernden Lichtverläufen. Auf diese Art und Weise „scannt“ der  Künstler den kompletten ca. 200 qm2 großen Ausstellungsraum des Kunstvereins. Scannen, wörtlich übersetzt, heißt eigentlich „ablichten“. Mit dieser Arbeit verweist er einerseits auf den technisch funktionalen Vorgang  des fotografischen Abbildens von Wirklichkeit, als auch andererseits auf den Prozess der Wahrnehmung als Phänomen an sich. Pavel Mrkus begreift dabei Wahrnehmung als ein grundlegendes Muster, durch das wir uns mit der Welt in vielfältige Beziehung setzen. Wahrnehmen ist für ihn nicht lediglich passives Aufnehmen von äußerer Erscheinung, sondern Bestandteil von transzendenter Wirklichkeitsaneignung. Mit dem Beobachtungscharakter des Wahrnehmungsprozesses stellt Mrkus gewissermaßen eine Neuorientierungsaufgabe, der sich die Betrachterin, der Betrachter, unweigerlich stellen muss. Dabei ist für ihn wesentlich, dass dieser Prozess der Orientierung, auch als soziale und philosophische Erkenntnis transparent wird. Dennoch veranschaulicht er nicht die Grundsätze der Transzendenz selbst. Sein Bestreben geht nicht dahin, diese einfach nur wiederzugeben, sondern vielmehr eine vermittelnde visuelle Metapher zu komponieren.

Pavel Mrkus gehört zu den bedeutendsten tschechischen Künstlern der 90er Generation des 20. Jahrhunderts. Er wurde 1970 in Rumburk in Tschechien geboren. Nach einem Studium für Angewandte Kunst und Glaskunst in Prag, studierte er noch Theologie. Einen wichtigen Impuls für sein weiteres künstlerisches Schaffen bietet zweifelsohne sein Aufenthalt in Japan (seit 2000) und die damit verbundene Erfahrung der Unvereinbarkeit europäischer Kulturen und Religionen mit ostasiatischen Traditionen, aber auch der japanischen Gegenwart, deren typische Merkmale Globalisierung und Technologie sind. Neben einer Reihe von Ausstellungen im In- und Ausland, fand er erste internationale Beachtung bei der Biennale junger Kunst in Prag und der 50. Biennale von Venedig 2003.

 

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