Karl Schwarzenberg
Numerische Bilder und Objekte

15. 02. – 17. 03. 2013

Nicht eine Eins, sondern zwei, drei, elf oder mehrere hundert, ja manchmal schier unzählbare Einsen finden sich in seinen Arbeiten und machen deutlich, dass eine Eins nicht einzig ist, sondern dass sie – zumal durch das mit Schablonen erzeugte immer gleiche Bild der Einsen – andere gleichrangige Einsen in direkter Nachbarschaft hat.

Bei dem Mannheimer Künstler Karl Schwarzenberg taucht die Zahl immer wieder auf. Die Eins, die als offenes Symbol für einen möglichen Informationsgehalt, ein Informationspotential steht. Sie stellt eine assoziative Nähe zu vielerlei Themen her, im Besonderen aber zur Welt der Medien- und Informationsgesellschaft.

Hier steht die Eins unverzichtbar, da sie zusammen mit der Null ein Teil des Binärsystems bildet. Sie steht in der Programmiersprache für „on oder wahr“ und bildet damit in zigfachen Kombinationen mit der Null, („off oder falsch“), die Grundlage für eine schier unendliche Datenmodellierung, die unser Leben mehr und mehr steuert.

Mag die Welt um Schwarzenbergs Bilder herum unübersichtlich und chaotisch sein, so geht von diesen Bildern selbst eine ungeheuer kontemplative Stimmung aus. Das Werk Karl Schwarzenbergs entfaltet sich als ein Mikrokosmos, der von der Welt draußen unbeschadet bleibt. Seine Kunst scheint dem hastigen Treiben draußen bewusst mit innerer Ruhe und Stärke zu begegnen. So vermitteln die Bilder in der Hauptsache vor allem eins: Zurückgezogenheit und Konzentration auf sich selbst.

SONNENSPITZE Michael Schnabel

CLAUS STOLZ